Berlin (ots) - Vor reichlich einem Jahr rollte eine Welle Geflüchteter nach Deutschland und Berlin, deren Bewältigung eine Herausforderung darstellte. Berlin bewegte sich dabei an der Grenze zur Überforderung. Ja, die Stadt überschritt sie sicher auch an einigen Stellen. Neben den vielen zuständigen Behörden haben vor allem Ehrenamtliche und auch die Polizei ihren Beitrag geleistet und leisten ihn noch.

Die Situation erforderte, die ohnehin schon knappen Turnhallen als Unterkünfte zu nutzen. Das ging damals zu Lasten der Nutzer, vor allem der Sportvereine jeglicher Ausprägung. Heute können Geflüchtete zum Glück nach und nach besser untergebracht werden und die Turnhallen werden wieder frei. Doch diese Sportstätten sind nicht als dauerhafte Wohnung für eine übergroße Anzahl von Menschen geeignet, so dass planbarer Sanierungsbedarf entstand.

In zahlreichen Sonntagsreden wird nach wie vor gepredigt, wie wichtig Vereine für den sozialen Zusammenhalt dieser Gesellschaft sind. Für den BDK ist das keine Banalität! Sportvereine sind ein wesentlicher Baustein der Kriminalprävention insbesondere im Jugendbereich, den Berlin nicht vernachlässigen darf! Ein ganz wesentlicher Faktor für die Hinwendung zu Kriminalität ist bei jungen Menschen Langeweile, also fehlende Angebote für die Freizeitgestaltung. Eine zweite Einflussgröße ist beispielsweise die soziale Einbindung im Verein, der auch eine moralische Orientierung bieten kann (Einhalten von Regeln, respektvoller Umgang mit Mannschaftskameraden und Gegnern, etc.).

Der Senat muss jetzt handeln und unbürokratisch die Sanierungen der Sporthallen zeitnah und vollständig gewährleisten, sobald sie freigezogen sind.

Warum das ein Thema für den BDK ist? Weil die Polizei diejenige Institution ist, die sozialen Unfrieden letztendlich auf der Straße regeln muss. Mit dem Aussitzen dieser Situation würden also zum wiederholten Mal vorher absehbare und vermeidbare Herausforderungen zu Problemen werden, die eine ohnehin schon überlastete Polizei dann alsbald beschäftigen.

Die Idee "Vorher an Nachher zu denken" stünde der Berliner Politik zuweilen gut zu Gesicht.

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